Max Prigge: König mit Glasknochen
- Redaktion

- 19. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Hagen, Landkreis Stade: Max Prigge lebt mit Osteogenesis imperfecta, besser bekannt als Glasknochen. Die Erkrankung hält ihn jedoch nicht davon ab, am Vereinsleben und erfolgreich an Schießwettbewerben teilzunehmen.
Im Interview bei „Schützenfest im Radio“ blickt er auf sein Königsjahr zurück. Er erzählt vom Weg zur Königswürde im Schützenverein Hagen von 1966 e.V., vom Königsschießen und von der Spannung bis zur Proklamation. Das Königsjahr brachte viele besondere Momente, Begegnungen und Termine mit sich – aber auch Situationen, in denen nicht alles wie geplant verlief und Improvisation gefragt war. Gerade diese Mischung prägt den Rückblick auf sein Königsjahr.
Inklusion, Vielfalt und barrierefreie Schützenhäuser
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist das Thema Inklusion im Schützenwesen. Dabei geht es um Schützenvereine als offene Orte, an denen alle Menschen am Vereinsleben teilhaben können – unabhängig von körperlichen Voraussetzungen, Herkunft, sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.
Max spricht sich klar für Offenheit gegenüber gleichgeschlechtlichen Königspaaren, transgeschlechtlichen Menschen und vielfältigen Lebensentwürfen aus. Entscheidend sei nicht, wer jemand ist, sondern dass Gemeinschaft gelebt wird und alle ihren Platz im Verein finden können.
Auch das Umrüsten und barrierefreie Gestalten von Schützenhäusern wird thematisiert. Viele Vereine arbeiten daran, ihre Anlagen schrittweise anzupassen – etwa durch bessere Zugänge, angepasste sanitäre Anlagen oder geeignete Schießstände. Gleichzeitig wird deutlich, dass dies bei älteren Gebäuden nicht immer sofort umsetzbar ist. Umso wichtiger sind gegenseitige Unterstützung, flexible Lösungen und ein offenes Miteinander im Vereinsalltag.
Blick in die Zukunft der Schützenvereine
Für die Zukunft der Schützenvereine wünscht sich Max vor allem Offenheit und Weiterentwicklung. Vereine sollen Orte bleiben, an denen Gemeinschaft gelebt wird und an denen sich alle Menschen willkommen fühlen. Dazu gehört, Traditionen zu bewahren, sie aber gleichzeitig mit der Zeit weiterzudenken, um auch für kommende Generationen attraktiv zu bleiben.
Engagement über das Schützenwesen hinaus
Neben seinem Engagement im Schützenwesen ist Max auch im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta Betroffene e.V. (DOIG) aktiv, der Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Glasknochen. Der Verein unterstützt Betroffene und ihre Familien, bietet Austausch und Information und setzt sich für mehr Aufklärung, Teilhabe und Interessenvertretung ein.
Im Radio: 14.02.2026, Ems-Vechte-Welle



