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König Georg V. von Hannover Schützenkönig in Neuenhaus & Bathorner König mit der Schubkarre abgeholt

Der Neuenhauser Schützenverein und die Niedergrafschafter Edelweiß-Schützen Bathorn | Foto: Schützenfest im Radio
Der Neuenhauser Schützenverein und die Niedergrafschafter Edelweiß-Schützen Bathorn | Foto: Schützenfest im Radio

Neuenhaus & Bathorn, Grafschaft Bentheim: In unserer Frühschoppen-Talkrunde werden immer wieder kuriose Geschichten aus den Schützenvereinen erzählt. So auch in unserer Sendung vom 25.05.2024 auf der Ems-Vechte-Welle. Zwei besonders interessante Geschichten stammen vom Niedergrafschafter Edelweiß Schützenverein Bathorn und vom Neuenhauser Schützenverein.


Mit Schubkarre, Trecker oder Schlauchboot zur ehemaligen Majestät

Beim Niedergrafschafter Edelweiß Schützenverein Bathorn wird die ehemalige Majestät auch nach dem Schützenfest nicht vergessen. Rund zwei Wochen nach dem Fest wird der ehemalige König oder die ehemalige Königin noch einmal gefeiert. Dafür holen Vereinsmitglieder die Majestät auf möglichst originelle Weise von zu Hause ab.

Ob mit einer Schubkarre, einem Trecker oder sogar mit einem Schlauchboot – erlaubt ist, was für gute Stimmung sorgt. Oft wird die ehemalige Majestät dabei verkleidet durch den Ort gefahren. Die Aktion erinnert ein wenig an einen Junggesellenabschied und dient als Dankeschön für das vergangene Königsjahr. Seit rund 40 Jahren gehört diese Tradition fest zum Vereinsleben in Bathorn.


Eine Suppe als Höhepunkt des Schützenfestmontags

Auch beim Neuenhauser Schützenverein gibt es eine Tradition, auf die sich viele Mitglieder jedes Jahr freuen. Der Schützenfestmontag beginnt bereits früh am Morgen. Nach den ersten Stunden des Feierns wartet im Festzelt eine kräftige Suppe auf die Schützinnen und Schützen.


Der Verein finanziert die Mahlzeit für alle Besucher, und ein Koch bereitet sie jedes Jahr frisch zu. Für viele ist diese Schützenfestsuppe längst genauso wichtig wie das Königsschießen oder der Festumzug. Wer schon früh auf den Beinen ist, weiß die Stärkung besonders zu schätzen.


Die Buschholer halten eine alte Tradition lebendig

Eine weitere Besonderheit in Neuenhaus sind die sogenannten „Buschholer“. Dabei werden kleine Birken aus dem Moor geholt und zur Dekoration im Ort aufgestellt. Die Tradition reicht bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück.


Damals gab es nur wenige Möglichkeiten, Straßen und Plätze festlich zu schmücken. Fahnen oder Fähnchen waren vielerorts Mangelware. Deshalb behalfen sich die Einwohner mit frischem Grün aus der Natur. Die Birken wurden an Laternenmasten, Schildern und anderen Stellen befestigt und signalisierten den Menschen: In Neuenhaus steht ein besonderes Fest bevor.


Auch heute gibt es dafür noch eine eigene Gruppe. Obwohl mittlerweile natürlich Fahnen und moderne Dekorationen verwendet werden, wird die Tradition der Buschholer bis heute gepflegt.


Als ein Gastverein den Königsthron besetzte

Für Gesprächsstoff sorgt bis heute auch eine Geschichte rund um einen befreundeten Gastverein. Während die Gastgeber zum gemeinsamen Essen unterwegs waren, nutzten die Gäste die Gelegenheit für einen kleinen Scherz.


Als die Neuenhauser Schützen zurückkehrten, hatten die Besucher kurzerhand den Königsthron übernommen und es sich dort gemütlich gemacht. Statt Ärger gab es natürlich viel Gelächter. Solche freundschaftlichen Streiche gehören für viele Schützenvereine einfach dazu und werden oft noch Jahre später erzählt.


König Georg V. von Hannover wird Schützenkönig in Neuenhaus

Die wohl außergewöhnlichste Geschichte stammt aus dem Jahr 1861. Damals gab der Präsident traditionell den ersten Schuss auf den Königsvogel ab. Dieser Schuss war dem damaligen König Georg V. von Hannover gewidmet.


Doch diesmal kam alles anders: Bereits dieser erste Schuss brachte den Vogel zu Fall. Damit galt der König von Hannover nach den damaligen Regeln als neuer Schützenkönig in Neuenhaus.


Die Neuenhauser schickten daraufhin eine Depesche an den Königshof und informierten Georg V. über seine neue Würde. Zur Überraschung aller nahm der König die Ehre tatsächlich an. Ein Jahr später besuchte er Neuenhaus persönlich, wurde feierlich empfangen und brachte als Geschenk ein Wappen mit. Dieses ist bis heute Bestandteil der Königskette des Vereins.


Sogar das Teegeschirr, aus dem Georg V. während seines Besuchs getrunken haben soll, wird nach Angaben des Vereins noch heute von den Heimatfreunden Neuenhaus aufbewahrt.


Im Radio: 25.05.2024, Ems-Vechte-Welle


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