Die „Cocktailbarwache“ des Bürgerschützenvereins Salzbergen
- Redaktion

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Salzbergen, Emsland: Die „Cocktailbarwache“ ist weit über Salzbergen hinaus bekannt. Hinter dem ungewöhnlichen Spitznamen steckt die Bürgerwache des Bürgerschützenvereins Salzbergen 1839 e. V. Entstanden ist der Name vor einigen Jahren, als die Jungschützen auf dem Schützenfest regelmäßig die Cocktailbar des Königspaares stürmten und dort gemeinsam feierten. Später kam ein selbst gestaltetes „Cocktailbarwache“-Schild hinzu. Seinen Ursprung hat der Name außerdem in einer Textzeile des Songs „Cluburlaub“ von Schnipo Schranke. Aus einem Scherz wurde so ein Spitzname, der bis heute geblieben ist.
So wird man Teil der Bürgerwache
Ab 16 Jahren können junge Schützen Teil der Bürgerwache werden. Wer dabei ist, marschiert nicht nur beim Schützenfest mit, sondern lernt auch den Umgang mit dem Holzgewehr, das Antreten und die Abläufe während der Festtage. Dafür wird regelmäßig geübt.
Marschieren & Disziplin
Wer glaubt, die „Cocktailbarwache“ könne nur feiern, liegt daneben. Beim Besuch im Talkstudio von „Schützenfest im Radio“ marschierten die Jungschützen in Zweierreihen und im Gleichschritt ein. Die Holzgewehre wurden korrekt getragen und auf jedes Kommando des mitgereisten Unteroffiziers reagierte die Truppe sofort. Schnell war klar: Hinter der lockeren Gemeinschaft stecken jede Menge Übung, Disziplin und Teamgeist.
Beim Auftreten legt die Bürgerwache großen Wert auf Disziplin. Schwarze Hose, weißes Hemd, Schützenkrawatte, Schützenmütze und Schulterklappen gehören zur Uniform. Die Hemden sollen sitzen, die Schuhe gepflegt sein und die Gewehre ordentlich getragen werden. So präsentiert sich die Truppe bei Festumzügen und offiziellen Anlässen als geschlossene Gemeinschaft.
Was die Farbe der Schulterklappen verrät
Wer genau hinschaut, kann innerhalb der Bürgerwache sogar verschiedene Funktionen erkennen. Feldwebel und Unteroffizier führen die Jungschützen an, organisieren die Übungsabende und geben beim Marschieren die Kommandos. Unterstützt werden sie von den drei Ältesten der Bürgerwache. Diese tragen besondere Schulterklappen in Gold oder Silber und übernehmen zusätzliche Verantwortung innerhalb der Gruppe. Einer von ihnen kümmert sich beispielsweise um die Kasse der Bürgerwache und achtet darauf, dass Regeln und Traditionen eingehalten werden.
Im Einsatz für den König
Die Bürgerwache übernimmt beim Schützenfest mehrere wichtige Aufgaben. Die Jungschützen marschieren beim Festumzug direkt vor dem Schützenkönig, begleiten die Majestät durch die Festtage, stehen Spalier und bilden beim Ehrentanz traditionell einen Kreis um das Königspaar. Zudem stellen sie Ehrenwachen und unterstützen den Verein bei verschiedenen Aufgaben rund um den Festplatz.
Auch während des Gottesdienstes hat die Bürgerwache wichtige Aufgaben. Sechs Jungschützen stellen die Ehrenwache. Die übrigen kümmern sich um die Vorbereitungen auf dem Festplatz. Oder wie es die Bürgerwache selbst beschreibt:
„In der Zeit, wo der Großteil vom Verein in die Kirche geht, müssen wir den Platz noch mal eben kurz auf Vordermann bringen, Tische hinstellen für Ehrengäste, für den Vorstand.“
Mehr als nur Schützenfest
Und sie nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Doch auch der Spaß kommt nicht zu kurz – ganz im Gegenteil. Neben dem Schützenfest organisiert die Bürgerwache gemeinsame Ausflüge, Boßeltouren, Radtouren und Wachefahrten. So bleibt die Gemeinschaft das ganze Jahr über bestehen und neue Mitglieder werden schnell in die Gruppe aufgenommen. Aus Schützenbrüdern werden dabei oft echte Freunde.
Für viele Mitglieder ist die Bürgerwache der Einstieg ins aktive Schützenwesen. Hier entstehen Freundschaften, Erinnerungen und Geschichten, über die noch Jahre später gesprochen wird. Wer Interesse hat, kann jederzeit bei einem Übungsabend vorbeischauen und in die Bürgerwache hineinschnuppern.
Im Radio: 13.09.2025, Ems-Vechte-Welle.



