Die Schützenpatrone der Vereine in der Gemeinde Geeste

Geeste-Groß Hesepe. Pfarrer Jürgen Altmeppen aus Groß Hesepe stellt die Schützenpatronen der Vereine aus der Gemeinde vor.


Die Namenspatrone der Schützenvereine in der Gemeinde Geeste

Pfarrer Jürgen Altmeppen | Foto: Kirche
Pfarrer Jürgen Altmeppen | Foto: Kirche

Die Schützenvereine der Gemeinde Geeste sind nach bekannten Heiligen benannt.


Heilige sind Personen, die tatsächlich gelebt haben – sind also keine „Märchenfiguren“ – und sind nach dem Verständnis der katholischen Kirche durch einen vorbildhaft christlichen Lebensstil aufgefallen und gelten daher als besonders glaubensstark und sind Vorbilder für einen gelungenen gelebten Glauben in der Nachfolge Christi.


Die Verehrung von Heiligen gehört zum Glaubensleben der katholischen Kirche, dafür stehen die zahlreichen Gedenktage zu Ehren der Heiligen, die im Laufe eines Kirchenjahres begangen werden.


Die Bedeutung der Heiligen für das kirchliche Leben ist dabei gebunden am Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus.


Grundsätzlich wird die Verehrung der Heiligen streng von der Anbetung Gottes unterschieden. Dass Heiligkeit als Eigenschaft zuallererst Gott vorbehalten ist, zeigt auch der Blick in die Bibel.


St. Georg | Illustration: duncan1890
St. Georg | Illustration: duncan1890

St. Georg

Sowohl der Schützenverein in Dalum/Großer Sand – als auch der Schützenverein in Groß Hesepe/Torfwerk haben sich nach dem heiligen Georg (23. April) benannt und ich selbst feiere an seinem Gedenktag meinen Namenstag, denn Jürgen kommt von Georg. Der heilige Georg ist wohl eines der heroischsten Vorbilder der gesamten Christenheit. Am bekanntesten ist das Bild des Heiligen, wie er als Ritter auf einem Pferd sitzt und einen zunächst übermächtig erscheinenden Drachen bekämpft.


Von Georgs Leben wissen wir - jenseits der bekannten Legenden - nur wenig Gesichertes: Bekannt ist, dass er um 280 in Kappadokien in der heutigen Türkei geboren wurde, in jungen Jahren das Waffenhandwerk lernte und Offizier im Dienst des römischen Kaisers Diokletian war, der vor allem Georgs Tapferkeit und Klugheit schätzte. Als jedoch Anfang des dritten Jahrhunderts unter Diokletian erneut Christenverfolgungen einsetzten, blieb auch der Christ Georg nicht verschont. Nachdem er sich gegen die Diskriminierung der Christen gewandt und seinen eigenen Glauben bekräftigt hatte, wurde er im Jahr 305 festgenommen, heftig gefoltert und schließlich enthauptet.


St. Nikolaus

Zu den bekanntesten und beliebtesten Heiligen gehört der heilige Nikolaus (06. Dezember) – doch allzu viel ist aus seinem Leben nicht überliefert – der Schützenverein von Klein Hesepe hat ihn als Namenspatron. Der historische Nikolaus wurde zwischen 280 und 286 in Patara in der heutigen Türkei geboren.


Mit etwa 19 Jahren wurde er zum Priester geweiht und wenig später zum Bischof von Myra in der Region Lykien ernannt; heute heißt dieser kleine Ort Demre und liegt etwa 100 Kilometer südwestlich der türkischen Großstadt Antalya.


Später nahm er zeitgenössischen Quellen zufolge am ersten ökumenischen Konzil der Kirchengeschichte – dem Konzil von Nizäa im Jahr 325 – teil. Der Todestag des Bischofs war ein 6. Dezember zwischen 345 und 351.


Zahlreiche Legenden und volkstümliches Brauchtum formten über die Jahrhunderte das Bild dieses Heiligen – der in der Adventszeit (06. Dezember) besonders bei den Kindern beliebt ist.

St. Hubertus | Illustration: anelluk
St. Hubertus | Illustration: anelluk

St. Hubertus

Ein beliebter Name für Schützenvereine – siehe die beiden großen Schützenvereinen in Dalum und Groß Hesepe – ist der heilige Hubertus (03. November). Mehr als 80.000 Mitglieder zählen allein die Sankt-Hubertus-Schützenbruderschaften in Deutschland, schätzt der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Als Patron der Jäger und der Schützenbrüder ist er zudem einer der Heiligen, deren Brauchtum heute am präsentesten ist.


Als historische Person verbirgt sich hinter dem heiligen Hubertus ein Bischof von Maastricht und Lüttich aus dem 8. Jahrhundert. Im Jahr 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, elf Jahre später verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich; 727 starb er.


Hubertus imponiert selbst Protestanten, die sonst eigentlich nicht viel mit Heiligen anfangen können. Man könnte ihn mit einigem Recht auch als einen ökumenischen Heiligen bezeichnen: Denn für den Hubertustag gibt es eine eigene evangelische Liturgie, zudem gibt es auch eine Vorlage für einen ökumenischen Gottesdienst am Hubertustag.


St. Barbara

Eine weitere Heilige der Adventszeit ist die heilige Barbara (04. Dezember) – der Schützenverein in Dalum/Neuer Kamp trägt ihren Namen. Barbara lebte wahrscheinlich am Ende des 3. Jahrhunderts im heutigen Izmit in der Türkei. Dort starb sie der Legende nach am 4. Dezember im Jahr 306 für ihren Glauben. Es gibt eine reiche Tradition rund um die heilige Barbara. Neben ihrer Rolle als Gabenbringerin vor Weihnachten werden bis heute am 4. Dezember Zweige von Obstbäumen geschnitten und ins Wasser gestellt, die dann bis Weihnachten aufblühen.


St. Antonius

Es gibt sieben Heilige mit dem Namen Antonius. Der Schützenverein von Geeste hat sich wohl nach dem Patron der Kirchengemeinde St. Antonius benannt. Dieser heilige Antonius (17. Januar) wurde 251 oder 252 in Kome in Mittelägypten geboren. Seine Eltern waren ziemlich reiche Christen. Nach deren Tod verschenkte er seinen ganzen Besitz und lebte sehr asketisch an verschiedenen Orten in der Wüste, weshalb er auch Antonius der Einsiedler oder auch Mönchsvater genannt wird. Seine Bedeutung liegt darin, dass er wohl sozusagen der „Erfinder“ des Mönchtums gewesen ist.



Textbeitrag von Pfarrer Jürgen Altmeppen,

Quelle Illustrationen: istockphoto

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